Emotionsfokussierte Paartherapie (EFT) in Berlin

Hinter Konflikten liegen oft tiefere Verletzungen

Viele Paare kommen zu mir mit dem Gefühl, immer wieder dieselben Konflikte zu führen. Die Themen scheinen auf den ersten Blick klar zu sein: Kommunikation, Nähe, Sexualität, Eifersucht, unterschiedliche Erwartungen und Care Arbeit. Doch häufig zeigt sich im Verlauf der Paartherapie, dass die eigentliche Verletzung deutlich tiefer liegt.

Genau hier schätze ich die Emotionsfokussierte Paartherapie (EFT). Sie hilft dabei, nicht an der Oberfläche von Konflikten stehen zu bleiben, sondern die Gefühle sichtbar zu machen, die darunter liegen.

 

Mein Ansatz mit der Emotionsfokussierten Paartherapie:


Gefühle sind nicht das Problem – sie weisen den Weg

In meiner Arbeit erlebe ich häufig Menschen, die über viele Jahre gelernt haben, bestimmte Gefühle zu verdrängen oder nicht ernst zu nehmen. Verletzungen aus der Kindheit, der Jugend oder früheren Beziehungen wurden oft beiseitegeschoben. Im Alltag funktioniert das meist recht gut – bis eine Partnerschaft diese alten Wunden berührt. Dann entstehen Konflikte, die auf den ersten Blick viel größer erscheinen, als die aktuelle Situation eigentlich rechtfertigen würde. Die Emotionsfokussierte Paartherapie hilft dabei zu verstehen, warum bestimmte Situationen so starke Reaktionen auslösen. Oft wird deutlich, dass der aktuelle Streit nur ein Auslöser ist, während die eigentliche Verletzung viel älter ist. 



Niemand kann Ihnen Gefühle geben

Ein Satz, den ich in meiner Praxis häufig so oder so ähnlich höre, lautet: „Du gibst mir das Gefühl, nicht wichtig zu sein.“ Oder: „Du gibst mir das Gefühl, nicht geliebt zu werden.

 

Ich arbeite mit Paaren daran zu verstehen, dass andere Menschen uns keine Gefühle geben können. Sie können Gefühle auslösen. Die Gefühle selbst entstehen jedoch in uns selbst. Diese Unterscheidung ist wichtig, denn sie eröffnet die Möglichkeit, Verantwortung für die eigenen Gefühle zu übernehmen und die eigenen Verletzungen besser zu verstehen. Dadurch entsteht mehr Selbstwirksamkeit und gleichzeitig mehr Verständnis für den Partner.



Weg vom Urteilen – hin zu Neugier und Verständnis

Viele Konflikte eskalieren nicht wegen des eigentlichen Themas, sondern weil Menschen sehr schnell bewerten und interpretieren. Anstatt neugierig nachzufragen, wird häufig angenommen, bereits zu wissen, was der andere gemeint hat. Missverständnisse entstehen und beide fühlen sich unverstanden. Ein wichtiger Teil meiner Arbeit besteht deshalb darin, Paaren zu helfen, sich wieder offen und interessiert zu begegnen. Weg von vorschnellen Urteilen und hin zu echtem Verstehen.



Emotionale Nähe und Eigenverantwortung gehören zusammen

In meiner Arbeit kombiniere ich die Emotionsfokussierte Paartherapie mit dem Differenzierungsmodell von David Schnarch. Denn für mich braucht eine gelingende Partnerschaft beides: die Fähigkeit, sich emotional aufeinander einzulassen, und gleichzeitig die Fähigkeit, bei sich selbst zu bleiben. Es geht darum, den Partner emotional zu unterstützen, ohne dessen Probleme zu den eigenen zu machen. Diese Balance zwischen Verbundenheit und Eigenständigkeit ist für mich einer der wichtigsten Faktoren einer stabilen und lebendigen Beziehung.



Gefühle brauchen Raum

Gefühle spielen in meiner Arbeit eine zentrale Rolle. Viele Menschen versuchen, unangenehme Gefühle wegzudenken oder zu kontrollieren. Doch Gefühle lassen sich nicht einfach rationalisieren. Statt Gefühle zu verdrängen, unterstütze ich Paare dabei, ihnen Raum zu geben, sie wahrzunehmen und auszudrücken. Gleichzeitig geht es darum, einen gesunden Umgang mit ihnen zu entwickeln. Gefühle zu regulieren bedeutet nicht, sie wegzudrücken. Es bedeutet, sie wahrzunehmen, anzunehmen und verantwortungsvoll mit ihnen umzugehen.



Was sich im Verlauf der Paartherapie verändert

Häufig werden Konflikte zunächst sogar deutlicher sichtbar. Das ist ein wichtiger Teil des Prozesses, denn echte Veränderung entsteht selten dadurch, dass Probleme übergangen werden. Mit der Zeit übernehmen beide Partner mehr Verantwortung für ihren eigenen Anteil an den Konflikten. Alte Muster werden erkannt und neue Wege des Umgangs miteinander entstehen. Dadurch entwickelt sich nicht nur kurzfristiger Frieden, sondern häufig eine tiefere und tragfähigere Verbindung.



Die EFT ist für mich ein wertvoller Bestandteil meiner Arbeit, aber nicht die einzige Methode. Jede Beziehung ist anders und nicht jedes Problem lässt sich mit einem einzigen Ansatz lösen. Deshalb arbeite ich integrativ und verbinde die Emotionsfokussierte Paartherapie mit systemischen Ansätzen, verhaltenstherapeutischen Methoden, dem Differenzierungsmodell von David Schnarch sowie sexualtherapeutischen Konzepten. Ich bin überzeugt, dass gute Paartherapie nicht darin besteht, einer Methode zu folgen, sondern für jedes Paar die passenden Werkzeuge zur Verfügung zu haben.